Geschichte von Sofia
Sofia gehört zu den ältesten europäischen Städten. Die frühesten Funde stammen aus vorgeschichtlicher Zeit, aber die ältesten Einsiedler mit geprägtem ethnischen Ursprung waren die Serden, ein thrakischer Stamm, der die Siedlung gegründet hat, die nach ihrer Besetzung durch die Römer den Namen Serdica erhielt. Nach dem 3. Jahrhundert erlebte die Stadt ihre erste Blütezeit als Zentrum des südlichen Teils der römischen Provinz Dakien. Die Stadt wurde beim Einzug der Hunnen stark beschädigt. Danach lebte sie allmählich auf, die alten Festungsmauern wurden ausgebaut und neue Wehrtürme errichtet. Unter der Herrschaft von Kaiser Justinian dem Großen (527-565) erlebte Serdica ihre letzte Blütezeit innerhalb des Römischen Reiches. Die Stadt wurde am Anfang des 9. Jahrhunderts vom bulgarischen Khan Krum dem Donau-Bulgarien angeschlossen und in eine starke Festung verwandelt, die unter dem Namen Sredez bekannt wurde.
1018, als Bulgarien unter byzantinische Herrschaft fiel, wurde die Stadt Triadiza genannt. 1183 wurde sie von Serben und Magyaren ausgeplündert und blieb auch bei dem Kreuzzug von Friedrich Barbarossa nicht verschont. Im Jahre 1194 nahm der bulgarische Zar Assen Triadiza ein und die Stadt wurde dem schon befreiten bulgarischen Reich angegliedert.
Mit dem Namen Sofia wurde die Stadt zum ersten Mal in einer Schenkungsurkunde aus dem 14. Jahrhundert erwähnt, die vom bulgarischen Zaren Ivan Schischman (1371-1393) dem Dragalevzi - Kloster übergeben wurde. Es folgte eine friedliche Periode für die Stadt, die sich zu einem lebhaften Handwerks- und Handelszentrum entwickelte. Im Jahre 1382 fiel Sofia unter osmanische Herrschaft. Während der osmanischen Herrschaft veränderte sich das Stadtbild, viele christliche Kirchen verfielen oder wurden zerstört, es wurden türkische Verwaltungsgebäude, Moscheen, Bäder und Handelszentren errichtet. Sofia litt nicht nur unter den Eroberern. Im Jahre 1816 ereignete sich ein verheerender Brand, 1857 brach eine Pestseuche aus, 1818 und 1858 wurde Sofia von Erdbeben erschüttert. 1878 wurde Sofia von der türkischen Herrschaft befreit und im Jahr 1879 zur Hauptstadt Bulgariens erklärt. In einer kurzen Zeit verzehnfachte sich die Bevölkerung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand ein europäisches Stadtbild.
Sofia ist heute das eigentliche Zentrum der bulgarischen Wissenschaft, Kulturleben und Industrie. Die Stadt beherbergt ein Achtel der Bevölkerung Bulgariens, die politische Elite und das ganze staatliche Kapital. |
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